Programm
Das Konzept der Erschaffung einer "schwulen Heimat" ist nicht neu. Der Ideen-Pool enthält "Gesellschaftliche Zusammenkünfte", Mikro-Staaten und Vatikan-ähnliche Staatsgebilde, auch wurde in den Siebzigern über eine demokratische "Übernahme" eines Landkreises in Kalifornien nachgedacht. In neuester Zeite versuchen viele kleinere GLBT-Communities sich in geschützte, "eingezäunte" Gemeinschaften mit eigenen Geschäften, Stadthallen und Schulen zurückzuziehen - in der Hoffnung, von den Heterosexuellen in Ruhe gelassen zu werden. Und dennoch unterliegen die Bewohner dieser "Ghettos" der Gesetzgebung der heterosexuellen Mehrheit, die meist bemüht ist, das schwul-lesbische Völkchen zu unterdrücken und die Schwulen und Lesben ihrer Menschen- und Bürgerrechte zu berauben.
Wir glauben daher, dass keine langfristige und nachhaltige Garantie für unsere Rechte erreicht werden kann, wenn sich nicht die Schwulen und Lesben ihrer Angelegenheiten selbst annehmen. Wir haben uns dazu entschlossen, die Idee einer unabhängigen schwul-lesbischen Nation in die Tat umzusetzen und diese Idee zu einem Bestandteil der globalen GLBT-Bewegung zu machen. Nicht jeder würde in diesen Staat emigrieren, aber schon die bloße Existenz eines schwul-lesbischen Staates würde die Position unseres Volkes in der Welt stärken. Für diejenigen aber, die in Gefahr sind, würde dieser Staat Zuflucht und Schutz gewähren. Die schwul-lesbische Nation soll auf der Gleichheit aller seiner zukünftigen Bürger basieren und die Selbstbestimmung des schwul-lesbischen Volkes sichern. Unser Zugang zu einem schwul-lesbischen Heimatland versucht folgende wichtige Ziele zu erreichen:
- Bereitstellung von Zuflucht für jede GLBT-Person durch das Recht auf freie Immigration - unabhängig von Wohlstand, Herkunft, Gesundheitsstatus und Glaubensbekenntnis;
- Erzwingen von vollen Bürgerrechten für die GLBT-Leute und Mittel zum Schutze des schwul-lesbischen Volkes vor Feindseligkeiten und Verfolgung;
- Selbstverwaltung für die GLBT-Leute in diesem Gebiet, inklusive der Pflege der schwul-lesbischen Kultur und deren Gebräuche, des Wohlstandes, der Bildung und des Selbstbewußtseins als Volk.
Das Endziel ist die Errichtung eines Staates für unser Volk. Aber auch jede andere progressive Lösung wie Kolonien oder Ansiedlungen mit teilweiser Selbstverwaltung sollte als hilfreich betrachtet und in das Gesamtkonzept mit einbezogen werden.
Wir werden nicht damit anfangen, territoriale Ansprüche an Gebiete zu stellen, die bereits anderen souveränen Staaten gehören. Auch werden wir keine Kriege erklären oder Umstürze betreiben. Stattdessen bieten wir eine realistische Methode an, eine breite Basis von engagierten, interessierten und geeigneten Anhängern aus dem Spektrum der GLBT-Community zu bilden, die die Idee ihres eigenen freien und demokratischen Staates durch legale und friedliche Mittel verwirklicht sehen wollen. Die politische Macht soll allein in den Händen der Bevölkerung liegen, jedwede voreiligen, unhaltbaren "Unabhängigkeits"-Erklärungen oder unglückliche Versuche, sich von einem bestehendem Staat mit Mitteln der Gewalt abzuspalten, sollen als kontraproduktiv und schädlich für unsere Sache betrachtet werden.
Unsere Vision und der Plan zum Erreichen dieses Zieles lassen sich momentan in zwei Phasen aufteilen:
Phase I
Unsere Organisation wird als juristische Person eingerichtet und operiert unter Beachtung von lokalem und internationalem Recht. Ein Netzwerk aus lokalen Vertretungen und Mitgliedschaften soll geknüpft und durch Popularisierung der Idee verbreitert werden. Je größer unsere Mitgliedschaft ist, desto ernsthafter wird unser Anliegen in der übrigen Welt aufgenommen werden. Jedes schwule, lesbische, bisexuelle oder transgendered Individuum, aus welchem Land auch auch immer, kann der Organisation beitreten und soll, sobald unsere Heimat errichtet wurde, die volle Staatsbürgerschaft und die damit verbundenen Rechte erlangen können.
Diskussionen und freier, zivilisierter Meinungsaustausch über das Wie und Was sollen folgen. Die Idee muß in ihrer Gesamtheit weiterentwickelt werden, frischer "Input" kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die unterschiedlichen Konzepte sollen analysiert werden und der meistversprechende Ansatz soll mit Vertrauen und Tatkraft verfolgt werden. Wenn wir erst einmal als ernstzunehmende, große und vielgliedrige Körperschaft mit Angehörigen vieler Nationen anerkannt sind, werden unsere Chancen auf Gründung eines schwul-lesbischen Heimatlandes signifikant steigen.
Vielleicht wird die Regierung eines großen, dünn besiedelten Landes sich bereit erklären, uns ein Stück unbesiedelten Territoriums zu verkaufen, und uns die Rechte gewähren, die wir anstreben. Alternativ können wir auch eigenständige Migration und individuellen Landerwerb in dem besagten Areal fördern, unseren politischen Einfluss ausdehnen und unsere langfristigen Ziele schließlich mit demokratischen Mitteln erreichen.
Die Mittel zum Erwerb des Gemeindelandes werden durch die Mitgliedschaft, Spenden und alle anderen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gesammelt werden müssen. Sind erst einmal die geeigneten Kandidaten für unser neues Heimatland gefunden, werden wir uns über den gemeinsamen Landerwerb verständigen und Empfehlungen an unsere Leute herausgeben, sich dahin zu begeben.
Phase II
Wenn unsere Bemühungen, einen Platz für unsere Leute zu finden, erstmal erfolgreich sind, soll der langfristige Prozess der Verwirklichung von Infrastruktur-Programmen, Förderung der Einwanderung und der Errichtung einer funktionierenden Bürgergesellschaft beginnen.
Das allgemeine Anrecht auf Einrichtung eines ständigen Wohnsitzes soll für jedes schwule, lesbische, bisexuelle oder transgendered Individuum, aus welchem Land auch auch immer, verbrieft werden. Die Verfahrensweisen für den Erwerb der Staatsbürgerschaft müssen festgelegt werden.
Die Details der zunehmenden Selbstverwaltung und das juristische Gesamtwerk muß herausgearbeitet, und funktionierende Behörden müssen errichtet werden. Soziale Sicherheit, Volksgesundheit, Bildung und Rechtsstaat sind nur einige wenige Stichworte, die an dieser Stelle genannt werden sollen. Wir wollen eine moderne Zivilgesellschaft schaffen und sind davon überzeugt, daß unsere Leute die nötige Begabung und den Willen mitbringen, dieses Ziel zu erreichen.
Es muß ein ernsthafter Dialog mit beteiligten Mächten stattfinden, um zivile und militärische Beziehungen zu regeln. Das Endziel wird vermutlich eine Unabhängigkeitserklärung und die Anerkennung als souveräner Staat durch die Weltgemeinschaft beinhalten. Eine Einbindung in multinationale zivile und militärische Organisationen sollte in Erwägung gezogen werden, um vom Welthandel und globalen friedenserhaltenden Strukturen zu profitieren.